Vielerorts auf der Welt kämpfen die Menschen seit Jahrhunderten bis heute um Unabhängigkeit. Ich befinde mich momentan in Südkorea, wo dieser Wunsch in der Gesellschaft noch heute spürbar ist. Während unsere Vorfahren für einen bürgernahen Staat, inkl. Justiz, einstanden, haben gewisse weltfremde Schweizer im Wohlstandsdillirium die Bedeutung von Unabhängigkeit für eine funktionierende Demokratie vergessen.

Der Leserbriefschreiber verkennt überdies die historischen Tatsachen. Bei der Schaffung der Wohnsitzpflicht ging es nie um fiskalische Interessen, weil Richter und Vögte damals steuerbefreit waren. Der Hintergrund der Wohnsitzpflicht lag vielmehr darin, dass man schlicht die fremden Statthalter fernhalten wollte. Dieses Motiv wird bald aber auch bei uns Schweizern/-innen wieder bedeutender: In der globalisierten Welt sehnen sich die Menschen zunehmend nach Richtern, welche einen konkreten Bezug zu den lokalen Nöten und Sorgen haben und nicht nur für fremde oder für eigene Interessen urteilen. Nicht die SVP, sondern wer sich für fremde Richter einsetzt, hat die Bodenhaftung verloren.

David Sassan Müller, Präsident SVP Amtei Thal-Gäu, Niederbuchsiten

03.05.2018 | 868 Aufrufe