Die Volksinitiative «Für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» gaukelt vor, einen sauberen Schnitt zu machen, um von der Kernenergie wegzukommen. Dabei ist den linken Guerilla-Kriegern jedes Mittel recht, welches zur Destabilisierung und Verleumdung der Schweizer Kernkraft führt. Falschaussagen, Indiskretionen und Angstmacherei sind nur der Anfang. Käme die Initiative durch, wird sie in die Geschichte eingehen als Verursacherin der Chaostage der Schweizer Stromversorgung.

Die Initiative verlangt, dass die Schweizer Kernkraftwerke aus politischen Gründen abgestellt werden. Drei Werke müssten bereits nächstes Jahr vom Netz. Es geht also nicht um einen geordneten, sondern um einen sofortigen und äusserst chaotischen Ausstieg. Entgegen allen Beschönigungen der Befürworter ist es eine Tatsache, dass wir diesen Strom derzeit nicht aus Sonne und Wind ersetzen können. Es fehlen die Anlagen, die Transformatoren und die Netze.

Zu beachten sind auch die grossen saisonalen Unterschiede. Während wir im Sommer theoretisch keine Kernkraft bräuchten, sind wir in den Wintermonaten auf diesen Strom angewiesen. Bereits jetzt reicht die einheimische Versorgung im Winter nicht aus. Mit der Annahme der Initiative müsste verstärkt Strom aus schmutziger Kohlekraft oder von französischen Atomkraftwerken importiert werden.

Schweizer Qualität

Gegen die fünf Schweizer Kernkraftwerke, die 40 % der Stromversorgung liefern, wird in diesen Tagen massiv Stimmung gemacht. Dies obwohl die Werke im internationalen Umfeld hervorragend abschneiden. Das belegen Stresstests, die in jüngster Zeit durchgeführt wurden. Zum Beispiel wurden seit der Inbetriebnahme der beiden Blöcke in Beznau, zusätzlich 2.5 Milliarden Franken in die Sicherheit investiert. Die Risiken, welche zur Reaktorkatastrophe in Japan führten, sind bei unseren Kraftwerken bereits vor Jahrzehnten baulich verunmöglicht worden. Die Schweizerische Sicherheitskultur ist vorbildlich, weil sie nicht bei der Inbetriebnahme eines Reaktors stehen geblieben ist, sondern dynamisch weiterläuft.

Stromausfälle grösstes Risiko

Während die Falschaussagen der Befürworter die Debatte dominieren, wird höchst selten über die viel wahrscheinlicheren Risiken der Stromversorgung gesprochen. Eine vom Bund durchgeführte Risikoanalyse für die Schweiz, sieht nicht etwa eine Reaktorkatastrophe als realistisch, sondern eine Strommangellage. Ein derartiges Szenario würde «zu grossen Personenschäden» und darüber hinaus «zu immensen ökonomischen und immateriellen Schäden für die Wirtschaft und für die Gesellschaft» führen. Insgesamt sei mit einem Schaden von über hundert Milliarden Franken zu rechnen.

Ohne die Kernkraft wäre die Schweiz in einem strategisch wichtigen Bereich von ausländischen Prioritäten abhängig. Tag und Nacht speisen unsere KKWs verschiedene Schweizer Netzebenen mit konstanter Energie. Dazu gibt es derzeit keine Alternative.

Vernunft stimmt NEIN

Falschaussagen, Indiskretionen und Angstmacherei. Gekämpft wird in der jüngsten politischen Auseinandersetzung mit allen Mitteln. Die Kollateralschäden die dabei angerichtet werden nimmt man genauso in Kauf, wie das Chaos und die Unsicherheiten bei einer Annahme dieser Initiative. Egal scheint den Befürwortern auch zu sein, dass der Steuerzahler Schadenersatz in Milliardenhöhe berappen müsste. In dieser Debatte geht es längst nicht mehr um zukunftsfähige Lösungen, sondern einzig und allein darum, die Ängste der Bevölkerung auszunutzen, um daraus politisches Kapital zu schlagen.

Dies kann niemandem in unserem Land egal sein. Darum ist jede pflichtbewusste Person aufgerufen, am 27. November ein NEIN in die Urne zu legen.

Nationalrat Christian Imark, Fehren (SO)

20.11.2016 | 15045 Aufrufe