Vielen Gemeinden wachsen die Sozialkosten über den Kopf. Eine Analyse zeigt, dass die exorbitanten Kostensteigerungen der letzten Jahre nicht den Bedürftigen zugutekommen, sondern in der Bürokratie versanden. Die Politik muss nun endlich handeln und die Anreize verändern.

Nuglar – St. Pantaleon ist eine solide finanzierte Gemeinde mit rund 1500 Einwohnern, einem Steuersatz von 125% und einem Steueraufkommen von ca. 5 Millionen Franken. Die Teuerung betrug in den letzten 15 Jahren rund 4% und die Bevölkerung wuchs um 8%. Damit wäre ein Kostenanstieg im Sozialbereich von höchstens 20% zu erwarten. Die Kosten verdoppelten sich im gleichen Zeitraum allerdings und betragen heute 700‘000 Franken pro Jahr.

Pikant: Die gesamthafte Sozialhilfequote und die Auszahlungen pro Sozialfall blieben in dieser Zeit nahezu konstant.

Mehr Geld für Bürokratie?

Seit einigen Jahren ist die Sozialregion Dorneck für die professionelle Betreuung unserer Sozialfälle verantwortlich. Hier zeigt die Analyse der Kosten, dass die zusätzlichen Lohnkosten einen Drittel des Kostenanstieges ausmachen. Ein weiteres Drittel der Kostensteigerung verursacht der Lastenausgleich Sozialhilfe. Da auch dieses Geld nicht den Empfängern zukommt, fliesst es fast zwangsläufig der Bürokratie zu.

Kosten senken, Effektivität steigern

Wenn jeder Entscheid einem Verdikt aus Strasbourg standhalten können muss, können die Fälle nicht mehr von Laien betreut werden. Damit gilt im Sozialbereich gleiches wie in anderen Verwaltungseinheiten: «Die Bürokratie wächst, um den steigenden Anforderungen der wachsenden Bürokratie gerecht zu werden.» Regierung und Gesetzgeber sind gefordert. Es muss Gegensteuer gegeben werden. Die Bürokratie und die Kosten müssen reduziert und die Gelder effektiver eingesetzt werden.

Artikel in der Zeitung EXTRABLATT vom 2. Februar 2018

Thomas Giger, Nuglar-St. Pantaleon,
Gemeinderat

04.02.2018 | 449 Aufrufe